|
Wie das Bild auf den Seiten B4/B5 entstanden ist
Erst einmal braucht man natürlich eine Vorlage, hier aus dem Codex Manesse. Die Farben sind Aquarellfarben, angerührt mit Eiklar. In Pipettenfläschchen und im Kühlschrank hält sich die Farbe über mehrere Tage frisch, und man muss nicht jeden benötigten Farbton neu mischen.
Authentischer wären es sicherlich gewesen, wenn ich nach alten Rezepten hergestellte Farbpigmente benutzt hätte. Man kann solche historischen Pigmente in einschlägigen Fachgeschäften besorgen; für einige von ihnen ist jedoch eine Sondererlaubnis erforderlich, weil sie hochgiftig sind, z.B. blei- oder quecksilberhaltige Farben (z.B. Bleiweiß). Umberto Ecos "Der Name der Rose" kam mir da ganz spontan in den Sinn - ich habe mich dann für meine einfachen Aquarellpigmente entschieden.
Mit Bleistift werden Hilfslinien eingezeichnet und die Vorlage übertragen, mit sehr feinem Pinsel und Dornentinte nachgezeichnet.
Die Figuren werden schon einmal mit den Grundfarben ausgemalt. Die Farben sind am Anfang nur lasierend, so dass sich bei mehrmaligem Auftragen kräftigere Schattierungen ergeben.
Die Figuren bekommen Details, dann folgen die Bäume, erst mit Bleistift, dann mit Dornentinte.
Das Gleiche geschieht mit dem zweiten, eigentlich separaten Bild aus dem Codex Manesse, erst vorzeichnen...
... dann ausmalen...
... und zum Schluss folgen die feinen Details und ggfs Konturen. Das Ganze ist etwa 25x15 cm groß und hat gut zweieinhalb Stunden gedauert. Fertig.

|